Nachtleben und Träume am hellichten Tag

Man nennt sie realitätsfremd, Tagträumer und bestenfalls noch Idealisten. Es gibt Menschen, bei denen hat man manchmal oder auch immer das Gefühl, dass sie mit ihren Gedanken woanders sind, in ihrem eigenen Universum leben und ihren Tagträumen nachhängen. Sie konzentrieren sich nicht auf das, was sie umgibt, sondern sind eher mit dem beschäftigt, was sich in ihrem Kopf, in ihrer Phantasie und vor ihrem geistigen Auge abspielt.

Romantiker – von der Welt abgewandt

Früher, noch vor gut hundert und mehr Jahren, waren das vor allem Poeten und Romantiker, die vergeistigt den schönen Dingen des Lebens nachhingen und sich nicht für den grauen Alltag begeistern konnten. Was sie in ihren Tagträumen so erlebten, haben sie oft in Gedichten und kurzen Prosatexten niedergeschrieben und den anderen Menschen auf diese Weise einen kleinen Einblick in ihre Welt gewährt. Die Tagträumer haben den Menschen aber noch mehr gegeben. Sie verhalfen ihnen durch ihre Werke zu einem kurzen Entkommen aus der Realität. Wie ein Moment Urlaub vom Alltag.

Sind Träume unwirtschaftlich?

Heute gelten solche Tagträumer oft als unproduktiv, weil sie „nicht wirtschaftlich“ sind. Zugegebenen, an der Börse oder in einem großen Finanzunternehmen wären sie wohl tatsächlich fehl am Platz. Aber in der kreativen Branche, in der man eben genau solche Leute sucht, Leute mit einem wachen und kreativen Geist, Leute mit unkonventionellen Ideen, Leute mit Phantasie und Vorstellungsvermögen, ja, in einer derartigen Arbeitsumgebung könnten die Tagträumer sich wirklich einbringen und ihre Vorstellungen auch Wirklichkeit werden lassen.